Energieverbrauch

Bordenergie

Hier wird der Energiebedarf ohne die Antriebsmotoren berechnet, weil letzterer in dem Abschnitt "Motorleistung" behan­delt wird. Dem liegt die Strategie zugrunde, dass wir zuerst das Energie­angebot berechnen, davon den Bord-Energiebedarf abziehen und den Rest für die Motoren aufwenden, zuzüglich der gespeicherten Energie. Die Firma "Mastervolt", ein international aufgestellter Ausstatter für elektrisches und elektroni­sches Yacht-Zubehör, stellt im Internet eine interaktive Datenbank "Mcalc" zur Verfügung, mit der man den Bedarf an elektrischem Strom auf Yachten verschiedener Größe abschätzen kann. Die größte der dort aufgeführten Klasse sind Yachten von 15 – 20 m Länge, die dem "ÖkoTrimaran" am nächsten kommen. Aufgeführt werden in dieser Tabellenkalkulation alle erdenklichen el. Verbrauchstellen – insgesamt 79 - von der Steckdose im Maschinenraum über die Kaffeemaschine bis zur Klimaanlage, allerdings nicht die Motoren, weil sie ja in 
der Regel mit Dieselkraftstoff betrieben werden. Zu jedem Verbraucher wird die el. Leistung und die durchschnittliche Betriebsdauer (Erfahrungswert) angegeben. Da die genannte Firma einen internationalen Markt bedient und die Tabellenkalkulation "Mcalc" in Englisch beschriftet ist, können wir davon ausgehen, dass der im Vergleich zu Deutsch­land wenig sparsame Energieverbrauch in Großbritannien und den USA zugrunde gelegt wurde. Auch aus dem Geschäftsinteresse des Unternehmens ergibt sich eine eher großzügige Einschätzung des Energiebedarfs. Dagegen dürfte die Besatzung des "Öko-Trimarans" zu einem umweltbewuss­ten Energieverbrauch tendieren; wir sind also bei der Einschätzung des Energiebedarfs mit "Mcalc" auf der sicheren Seite. Gestrichen bzw. gemindert werden für den Öko-Trimaran vor allem die größeren Batterielader. Beibehalten wurde nur ein kleineres dieser Geräte mit 530 W, mit dem  ein Blei­samm­ler für eine Notstromversorgung (wenn die Brennstoffzellen ausfallen sollten) geladen werden kann. Der Verbrauch von Klimaanlagen und Kühleinrichtungen wurde auf die Hälfte reduziert, weil die Kompressionskälte des  Wasserstoffgases1 für diese Zwecke mitgenutzt werden kann, die anfällt, wenn der Wasserstoffspeicher gefüllt wird. Für die Heizung soll die Dekompressionswärme beim Entleeren des Wasserstoffspeichers verwendet werden.1 Sollten die Speicher gefüllt sein, kann der weiterhin produzierte Wasserstoff direkt zur Heizung benutzt werden. Ganz gestrichen wurde der Verbrauch für eine Einrichtung zur Stabilisierung der Lage des Schiffsrumpfes bei starkem Seegang, der Energiebedarf des Bugstrahlruders2 und eine Heizungseinrichtung für den Dieselkraftstoff. Vermehrt wurde lediglich der Verbrauch für die Bilgenpumpen, weil wir davon drei Stück benötigen (3 Schwimmer). Die Werte für die Beleuchtung wurden beibehalten. Zwar kann durch die Weiterentwicklung der LED-Technik in diesem Bereich in Zukunft
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1 Im Gegensatz zu den meisten anderen Gasen kühlt sich Wasserstoff  beim Komprimieren ab und erwärmt sich beim Entspannen

2 Ein Bugstrahlruder ist nicht erforderlich, weil der Bugschwimmer durch gegenläufiges Betreiben der beiden seitlich angebrachten Motoren auf der Stelle gewendet werden kann.
eine deutliche Energieeinsparung erwartet werden, zur Zeit bieten aber die sog. "Energiesparlampen" noch den gleichen Effekt. Allerdings beläuft sich der Aufwand für die Beleuchtung ohnehin nur auf 2,34 kWh/Tag. Ein Unterschied zwischen einem nördlichen und südlichen Operationsgebiet wurde nicht gemacht, denn was im Norden an Klimatisierung (Kühlung) eingespart wird, gleicht sich durch den dort höheren Heizungsaufwand wieder aus. Unter diesen Voraussetzungen wurde für die Betriebszeiten mit Besatzung ein durchschnittlicher täglicher Energieverbrauch von 33,8 kWh berechnet, wobei zwischen Reise- und Liegezeiten kein Unterschied gemacht wurde. Für die Zeiten ohne Besatzung ergab sich ein Betrag von 0,099 kWh pro Tag, weil dann nur die Bilgenpumpen, Positionslampen und die Elektronik zur Steuerung der Energiegewinnung, -Umwandlung und -Speicherung betrieben werden müssen. Der genannte Wert von 33,8 kWh/Tag mit Besatzung wird bei allen Szenarien erreicht mit Ausnahme des "Worst Case", bei dem wir aber mit 30,77 kW nicht weit darunter liegen. In diesem Fall müsste die Besatzung also ihen täglichen Energieverbrauch nur leicht reduzieren.
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